Grundlagen für den christlichen Glauben – gestützt auf die Bibel

Glaubensbekenntnisse haben eine lange Tradition in der Geschichte der Christenheit. Leider muss man feststellen, dass sie meistens nicht zur Einheit im Glauben beigetragen haben, sondern dass sie trennend wirken. Das verwundert nicht, berücksichtigt man den „Zweck“ eines Glaubensbekenntnisse, wie er beispielsweise in der Wikipedia beschrieben wird:

„Es gibt die Richtung an, in der diese Glaubensinhalte, oft in Heiligen Schriften dargelegt, verstanden werden (sollen).“

„Es kann in bestimmten Kampfsituationen zum Ausdruck der ultimativen Entscheidung für den eigenen, gegen den Glauben anderer werden.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Glaubensbekenntnis

Alle christlichen Kirchen und Konfessionen haben ihre Glaubenslehren in Glaubensbekenntnissen festgehalten. Manchmal unterscheiden sich diese in wesentlichen Punkten, manchmal in mehr geringfügigen. Charakteristisch ist jedoch durchgängig, dass die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft abhängig gemacht wird von der vollständigen Anerkennung des jeweiligen Glaubensbekenntnisses.

Dabei muss man zugestehen, dass nicht jede Lehre, durch die sich eine Gemeinschaft von einer anderen abgrenzt, eindeutig biblisch belegt werden kann. Vergleicht man gegensätzliche Standpunkte miteinander, ist schnell festzustellen, dass sie jeweils durch Bibeltexte belegt werden. Selbst unter Berücksichtigung der Gesamtaussage der Bibel ist es in einigen Punkten nicht möglich, eindeutig zu definieren, was durch die Bibel wirklich gestützt wird. Dabei handelt es sich selbstverständlich nicht um Grundlehren des christlichen Glaubens, sondern um Auslegungen über das Verständnis einiger Aussagen.

Es sollte der Wunsch eines Christen sein, festzustellen, was die Bibel über den christlichen Glauben eindeutig lehrt, ohne dass es interpretiert werden muss. Zum Beispiel lehrt das Neue Testament eindeutig, dass Jesus Gottes Sohn ist und dass es die Auferstehung gibt. Geht es aber um Details über die göttliche Natur des Sohnes Gottes oder um den Zeitpunkt der künftigen Auferstehung, so kommt man ohne Auslegung nicht aus. Daraus wiederum ergeben sich unterschiedliche, oft einander widersprechende Interpretationen. Da aber keine der jeweiligen Parteien zweifelsohne beweisen kann, dass nur ihre Sichtweise die biblische ist, darf man davon ausgehen, dass es sich bei solchen Lehrpunkten nicht um Grundlehren des christlichen Glaubens handelt.

Ziel und Zweck dieser Beschreibung der Grundlagen für den christlichen Glauben ist es, nur die Aussagen der Bibel aufzulisten, die – ohne dass sie ausgelegt werden müssen – den christlichen Glauben begründen. Auf der Basis dieser nicht zu interpretierenden Lehren sollte es möglich sein, als aufrichtige Christen zusammenzuarbeiten in dem Bewusstsein, dass alle zusammen den Leib Christi bilden. Also keine ökumenische Kompromisslösung, sondern ein Zusammenwirken auf der Grundlage dieser unzweifelhaft christlichen Lehren der Bibel.

Sofern einzelne der nachstehend genannten Glaubensaspekte sich nicht ausdrücklich anhand der Bibel begründen lassen sollten, wird ausdrücklich um entsprechende Hinweise gebeten!

 


Gott

1  Gott, der Allmächtige, hat sich in der Bibel geoffenbart, insbesondere durch seinen Sohn (2Mo 3,14-15; 34,6; 5Mo 32,4; Jesaja 45,18; Mt 11,27; Lk 10,22; Joh 1,18; 3,34-36; 5,19.22-24; 8,19; 14,6-7.9-11; 15,15; 2Kor 1,20; Kol 2,2-3; 1Joh 2,23).

Gott und sein Sohn

Gott hat vor Urzeiten seinen Sohn gezeugt (Joh 1,1). Durch ihn wurde die unsichtbare sowie die sichtbare Welt erschaffen (Joh 1,3.10; Kol 1,16-17).

Gott hat Jesus am 3. Tag nach seinem Tod auferweckt (Lk 9,22; Apg 3,15; 10,40) und ihn 40 Tage später (Apg 1,3) zu sich in den Himmel geholt (Apg 1,9-11; Röm 8,34, Eph 4,10; Heb 1,3; 9,24; 10,12; 1Pet 3,22).

Spätestens nach seiner Auferstehung hat sein Vater ihm „Generalvollmacht“ erteilt: Alles, was Gott in Verbindung mit den Menschen (noch) vorhat, wird er durch seinen Sohn verwirklichen (Mt 11,27; 28,18; Joh 5,20.22.27;17,2.10; Eph 1,21-22; Phl 2,9-11; Kol 1,18-20)

Gottes Willen durch die Bibel und Gottes Geist verstehen

Die Bibel ist das durch Gottes Geist inspirierte Wort Gottes (2Tim 3,15-16) und die Quelle der Informationen über die Grundlagen des christlichen Glaubens (Lk 24,27.32; Joh 5,39; Apg 17,3-4.11; Röm 10,17; 15,4; Gal 3,8; 2Tim 3,15-17; 1Pet 2,6; 2Pet 1,20-21).

Jesus hat gezeigt, dass seine Nachfolger Gottes Wort und seinen Willen durch die Hilfe von Gottes Geist verstehen können (Lk 11,13; Joh 14,26; 15,26; 16,13). Darauf wies auch der Apostel Paulus hin (1Kor 2,10). Deshalb sollte die Bibel nur erforscht werden, nachdem man um die Leitung durch Gottes Geist gebetet hat.

Jeder aufrichtige Gläubige darf erwarten, dass er Gott und seinen Sohn im notwendigen Maß erkennen und begreifen kann (Joh 6,45; Heb 8,11).

So wichtig die Erkenntnis aus Gottes Wort ist: Es muss beachtet werden, dass die Erkenntnis die Gläubigen zur Liebe Christi führen soll und dass die Liebe wichtiger ist als die Erkenntnis (1Kor 8,1; 13,2.8; Eph 3,18-19).

Gott, Gottes Sohn und die Aussöhnung mit dem Menschen

Alle Menschen sind durch ihre gemeinsame Abstammung vor Gott gleich. Keine Nationalität oder Rasse ist vor Gott oder Menschen wertvoller als eine andere (Apg 10,34-35; 17,26; Gal 3,8.14)

10 Alle Menschen wurden durch die Übertretung Adams Sünder (Röm 3,23; 5,12; 1Kor 15,21-22).

11 Es ist Gottes Wille, dass alle Menschen gerettet werden (Joh 3,17; 12,47; 1Kor 15,22; 1Tim 2,4.6; 4,10; Tit 2,11).

12 Durch die Opferung seines vollkommenen menschlichen Lebens hat Jesus die Sünden aller Menschen auf sich genommen und die Menschheit so von Sünde und Tod losgekauft (Röm 6,10; 1Kor 15,3; 1Joh 2,2). Das ist die Grundlage für die Versöhnung der Menschheit (jeder, der je gelebt hat, jetzt lebt oder je leben wird) mit Gott (Röm 5,8-11; 2Kor 5,18-20; Kol 1,20-22).

13 Es liegt jetzt am einzelnen Menschen, dieses Angebot Gottes anzunehmen und seinerseits mit Gott ausgesöhnt zu werden (2Kor 5,19).

14 Die Aussöhnung (Rettung) erfolgt aufgrund des Glaubens an Jesus Christus (Joh 3,15-16.36; 6,40; Röm 9,33; 1Joh 4,14-16). Kein Mensch (Sünder) kann sich das durch gute Werke erarbeiten oder verdienen (Eph 2,8-9; Tit 3,5). Die Rettung bedeutet ewiges Leben (Joh 6,40; Apg 4,12; 16,31; Tit 3,6-7)

15 Die Aussöhnung mit Gott führt zur Gerechterklärung vor Gott (Röm 3,24.26; 4,25; 5,1.9.18; 6,18.22; Gal 3,8; Tit 3,6-7). Darüber hinaus hat sie die Wiedergeburt (Geburt/Zeugung „von oben“) zur Folge (Joh 3,3-8). Durch die Geburt/Zeugung „von oben“ wird ein Mensch aufgrund von Adoption ein Kind Gottes (Joh 1,12-13; Röm 8,14-16; Gal 3,26; 4,6; 1Joh 3,1; 4,7; 5,1).

Die Autorität Jesu Christi

16 Bereits in seinem irdischen Leben hat Gott Jesus den Geist „nicht nach Maß“ zur Verfügung gestellt (Joh 3,34). Durch den heiligen Geist konnte er uneingeschränkt über alle Naturgewalten und –gesetze verfügen. Dadurch konnte er jegliche in den Evangelien beschriebenen Wunder wirken, sogar Tote zum Leben erwecken (Mt 9,35-36; 12,28; Mr 2,8; 4,39-41; Lk 4,40-41; Joh 11,43-44; Apg 10,37-38).

17 Aufgrund der ihm verliehenen Vollmacht wird Jesus alle Menschen, die je gelebt haben, leben oder leben werden, beurteilen und richten (Joh 5,22.27; 2Kor 5,10; 2Tim 4,1).

18 Das schließt ein, dass Jesus die Toten zum Leben erwecken wird (Joh 5,28-29; Röm 14,9; 1Kor 15,22).

Die Bedeutung von Glauben und Werken

19 Wenn auch Christen sich die Rettung nicht durch Werke verdienen können, erwarten Jesus und sein Vater, dass sie Werke des Glaubens hervorbringen (Eph 2,8-10). Die Triebfeder dazu ist ihre Dankbarkeit für die ihnen gewährte Aussöhnung mit Gott. Dazu befähigt werden sie durch ihre Verbundenheit mit Jesus (Joh 15,4-5). Er gibt ihnen den heiligen Geist, der in ihnen die „Frucht des Geistes“ hervorbringt und sie zu Glaubenswerken befähigt (Joh 14,10.12; Gal 5,22-23.25).

20 Jesus und sein Vater erwarten, dass Christen sich zu Jesus offen bekennen und anderen davon erzählen (Mt 10,32; Apg 1,8; Röm 10,9; 2Kor 4,5; Kol 1,28-29; Heb 4,14; 1Joh 2,23; Off 19,10). Auf diese Weise wird das Evangelium auch anderen zugänglich gemacht.

Die Gemeinde Jesu Christi und die Verantwortung des Einzelnen

21 Die Gesamtheit der Gläubigen bildet die christliche Gemeinde (griechisch ekklesía = Gemeinde, Versammlung, Kirche; 1Kor 12,27-30; Gal 1,13; Eph 1,22; 3,10). Um zur Gemeinde zu gehören, ist nicht die Zugehörigkeit zu einer (definierten) Gemeinde, Kirche oder Konfession notwendig, sondern der Glaube an Jesus Christus. Die Gemeinde wird auch als Leib Christi beschrieben (1Kor 12,12-30; Eph 1,22-23; 5,23-27; Kol 1,18).

22 Alle Glieder der Gemeinde stehen mit Gott im „Neuen Bund“, der durch Jesus Christus als Mittler in Kraft trat und durch den die Vergebung der Sünden möglich wurde (Mt 26,28; 1Kor 11,25; Heb 10,14-18).

23 Jeder einzelne Gläubige ist mit Gaben des Geistes ausgestattet, die er zum Nutzen der Gemeinde verwenden soll (Röm 12,6-8; 1Kor 7,7; 12,4-11; Eph 4,7-12). Dafür muss er vor Gott Rechenschaft abgeben (1. Pet 4,10-11).

24 Alle Gläubigen sind vor Gott gleich. Wenn es auch Dienste wie Ältester, Diakon, Hirte u.a. gibt (Dienste, die Gottes Geist ermöglicht; Eph 4,11-16), so sind doch alle Brüder und Schwestern. Nur einer ist ihnen übergeordnet: Jesus, das Haupt der Gemeinde, der Lehrer, der Meister (Mt 23,8-12; Kol 1,18).

25 Jeder einzelne Gläubige ist persönlich vor Gott, dem Vater, und seinem Sohn Jesus Christus für sich verantwortlich. Keine Person, Personengruppe oder Institution kann für ihn diese Verantwortung übernehmen (Röm 14,10.12; 2Kor 5,10).

Das Ausmaß eines authentischen, verbindlichen Glaubens

26 Die hier beschriebenen Grundlagen des christlichen Glaubens gründen explizit nur auf die Bibel und nicht auf Auslegungen von Gottes Wort; daher sind sie für gläubige Christen verbindlich (Eph 4,5; 1Th 2,13).

27 Alle Glaubensüberzeugungen, die über diese auf die Bibel begründeten klaren (also nicht auszulegenden) Aussagen hinausgehen, muss jeder Gläubige vor Gott und Christus für sich persönlich vertreten und verantworten. Mitgläubige haben nicht das Recht, Glaubensüberzeugungen einzelner zu beurteilen oder einen solchen Bruder oder eine Schwester deshalb zu „richten“ (Röm 14,4). Wir sind nicht „Herren“ über den Glauben unseres Bruders (2Kor 1,24). Es steht uns nicht zu, über das hinauszugehen, was geschrieben steht (1Kor 4,6).

28 Authentisch Christ sein bedeutet, jeden Tag unter allen Umständen christlich leben zu wollen und das im möglichen Maß ernsthaft umzusetzen.

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