Biblische Grundsätze für eine Hausgemeinde

Mit diesem Artikel soll ein grober Überblick über die biblischen Grundlagen einer Hausgemeinde gegeben werden. Nur die Bibel kann Maßstab sein für eine Gemeinde im christlichen Sinn.

Zunächst ist festzustellen, dass viele bekannte Gemeindestrukturen nicht zwingend auch biblisch sind. Die Apostelgeschichte und die Briefe des Neuen Testaments sprechen zum Beispiel nie von einem Hauptpastor einer Gemeinde, sondern nur von Ältesten und Diakonen, außerdem von Lehrern, Aposteln, Evangelisten und Propheten. Dies und weitere grundsätzliche im Neuen Testament beschriebene Merkmale sollen daher das Vorbild für eine authentische heutige Gemeinde sein.

Die Gemeinden der ersten Christen waren kleine lebendige Zellen. Sie trafen sich in Privathäusern und brachen gemeinsam das Brot.  Die Apostel dienten am Wort, aber jeder hatte einen aktiven Anteil am Gemeindeleben. Man darf davon ausgehen, dass es immer wieder übergeordnete Treffen gab, durch die die einzelnen Hausgemeinden miteinander in Kontakt blieben.

Entsprechend dieses Vorbilds möchten wir Hausgemeinden (Hauskirchen) aufbauen, die wachsen, sich teilen und sich immer wieder auch gemeindeübergreifend treffen. Mit anderen Gemeinden, die diesem Modell entsprechen, möchten wir gern Kontakt pflegen und uns austauschen als Ausdruck für die Einheit im Leib Christi. Das Verhältnis zu traditionellen Gemeinden und Kirchen soll nicht ablehnend, sondern von gegenseitigem Respekt geprägt sein. Soweit andere Gemeinden Auffassungen vertreten, die sich aufgrund von Auslegungen ergeben und die im Detail von unseren abweichen, so muss jede Gemeinde das vor Jesus Christus, dem Haupt der Gemeinde, vertreten. Alle christlichen Gemeinden sollen mit Respekt geachtet werden. Zu respektierende unterschiedliche Auffassungen dürfen jedoch nicht heilsrelevant sein. Vermieden werden soll (seitens der Gemeinde und auch seitens Einzelpersonen) ein Alleinstellungsanspruch (Exklusivanspruch), durch den die eigene Auffassung als allein richtig (und jede andere als falsch) dargestellt wird. Diese Haltung wäre kontraproduktiv, da sie zu unerwünschten Spaltungen im Leib Christi beitragen würde. Nicht Menschen entscheiden, wer zum Leib Christi gehört, sondern das Haupt dieses Leibes, Jesus Christus.

Daher ist auch keine Hausgemeinde von einer anderen Gemeinde oder einer übergeordneten menschlichen Instanz (einer Einzelperson oder einem Gremium) abhängig; sie ist für sich selbst vor Christus verantwortlich. Die allein zu beachtenden Autoritäten sind Gott, der Allmächtige, sein Sohn Jesus Christus sowie die Bibel als von Gott gegebenes Wort (2. Timotheus 3,16-17). Erinnern wir uns, dass gemäß Jesu eigenen Worten die kleinste Form einer Gemeinde aus 2 oder 3 Personen bestehen kann: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich in ihrer Mitte“ (Matthäus 18,20).

Selbstverständlich soll eine Gemeinde von anderen Gemeinden geistliche oder sonstige Hilfe in Anspruch nehmen können, die ihr im Rahmen des Möglichen gewährt wird.

Keine Gemeinde sollte sich finanziell unnötig belasten. Deshalb sollen keine Gemeindehäuser gebaut oder dauerhaft angemietet werden. Hausgemeinden treffen sich in privaten Häusern und Wohnungen. Auf diese Weise können vorhandene Resourcen und Gaben Gottes auf geistliche Ziele und Zwecke konzentriert werden.

Auch Vereinsgründungen sind nicht notwendig, damit der damit einhergehende organisatorische Aufwand vermieden wird. Eine Hausgemeinde soll nicht von staatlicher Seite vorgegebenen Normen entsprechen müssen, sondern ausschließlich den Normen wie sie im Neuen Testament beschrieben werden. Die einzige geistliche Autorität ist Jesus Christus selbst, das Haupt der christlichen Gemeinde (Matthäus 23,8-12; Epheser 1,22; 4,15-16). Bestehende stattliche Gesetze sind selbstverständlich einzuhalten, sofern sie Gottes in der Bibel definiertem Gesetz nicht entgegen stehen (Römer 13,1-4; Apostelgeschichte 5,29).

Jede Hausgemeinde wirkt – unter Berücksichtigung des Gesamtzustandes der Gemeinde – sowohl nach außen als auch nach innen. Nach außen in Form von Evangelisation (Verbreiten des Evangeliums) sowie buchstäblichen Hilfeleistungen und nach innen in der Liebe und Hilfe untereinander sowie in der Lehre und Auferbauung.

Dazu gehören:

  • Lobpreis
  • Gebet
  • Lesen und Besprechen von Gottes Wort
  • Auferbauung im Glauben
  • Buchstäbliche Hilfeleistungen (Diakonie)
  • Gemeinsames Essen
  • Freizeiten in angemessenem Umfang
  • Taufen
  • Übergeordnete Treffen mit der Möglichkeit, Glaubensthemen vorzutragen und zu erörtern
  • Soweit entsprechende Resourcen vorhanden sind: Lehreinheiten in Form von Kursen und Schulungen

Wieviel und was die einzelne Gemeinde in dieser Hinsicht konkret tun kann, hängt von der Gemeindegröße und den Gaben der einzelnen Gemeindeglieder ab.

Hausgemeinden können daher ein Zufluchtsort für jene sein, die an Stelle von Kirchen und traditionellen Gemeinden eine authentische Alternative suchen.

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